Explosiv und tödlich – Munitionsexporte in deutscher Verantwortung

Munition ist das Grundnahrungsmittel eines jeden Krieges. Selbst große und besonders zerstörerische Waffensysteme wie Panzer werden schnell zum Hindernis, wenn ihnen die Munition ausgeht. In Analogie zu dem alten Landserspruch „Ohne Mampf kein Kampf“ könnte man auch sagen: „Ohne Munition kein Krieg.“

Ein Interaktiver Workshop von

Kiflemariam Gebrewold
Evangelische Landeskirche Baden
EOK – Mission und Ökumene –
Friedensethisches Projekt/Rüstungsexportfragen der EKiB

So einleuchtend dieser Sachverhalt auch ist, so verwunderlich ist ein anderer: Während mehr als 80 Prozent der Deutschen dem Export von Waffen kritisch gegenüberstehen und die Medien regelmäßig über fragwürdige Rüstungsexporte berichten, spielen Munitionsexporte in der öffentlichen Wahrnehmung nur ganz selten eine größere Rolle. Oft bleiben sie sogar gänzlich unerwähnt.

Der Export von Munition ist das tödlichste Segment des Rüstungsexports.

Das Geschoss, das aus dem Lauf kommt, oder die Bombe, die vom Himmel fällt, führen zu Toten und Verletzten. Größere deutsche Konzerne wie Rheinmetall, Diehl oder MBDA-Deutschland und kleinere spezialisierte Unternehmen wie der Zünderhersteller Junghans microtec und der Sprengkopfproduzent TDW spielen auf dem weltweiten Markt für Munition eine wichtige Rolle. Sie exportieren Munition, liefern Komponenten, Technologie oder Herstellungstechnik und sie vergeben Lizenzen für den Nachbau ihrer Produkte. Gelegentlich lassen sich Kunden auch ganze Munitionsfabriken mit deutscher Hilfe entwerfen und bauen.

Direkte Exporte aus Deutschland erfolgen in der Regel nur dann, wenn die Bundesregierung sie zuvor genehmigt hat. Wird diese Genehmigung verweigert oder ist ein „Nein“ absehbar, wissen die Firmen, wie sie sich helfen können. Über Tochterfirmen oder Gemeinschaftsunternehmen im EU-Ausland oder in Drittstaaten können ähnliche Produkte geliefert werden. Manchmal ist es leichter, an die Genehmigung für einen Technologietransfer oder Komponenten zu kommen als für die Munition selbst. Dann wird diese auf Basis deutscher Zulieferungen anderswo oder gar gleich beim Kunden gefertigt. Im Notfall zeigt man dem Empfänger, wie er die gewünschte Munition eigenständig entwickeln kann – gegen einen finanziellen Ausgleich natürlich. In das Dunkel dieser und anderer Praktiken, derer sich die deutschen Munitionshersteller bis heute gewinnbringend bedienen, soll der interaktive Workshop ein wenig mehr Licht bringen.